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Goldener Herbst?
25.09.2015 - Beitrag von Frank Abel
 Die Vorhersagemodelle zeigen eindeutig, dass die Zeichen auf Wetterberuhigung stehen. So wird sich bis zu diesem Wochenende das recht kräftige Hoch NETTI etablieren. Die wichtigsten dieser Modelle, GFS und ECMWF Vorhersagekarten, zeigen dabei hohen Luftdruck mit Schwerpunkt über den Britischen Inseln und der Nordsee, also nordwestlich von uns. Nicht so ganz eindeutig ist indes, wie weit sich dieser Hochdruckeinfluss auch weiter nach Osten oder Nordosten ausweitet.

Doch ist genau diese Frage von Bedeutung. Denn Deutschland liegt somit ab dem Wochenende zunächst an der Ostflanke von Hoch NETTI. Da die Luft aus diesem Hoch mit dem Uhrzeigersinn ausströmt, bekommen wir es also mit nördlichem bis nordöstlichem Wind zu tun. Dies bedeutet schon einmal grundsätzlich, dass zunächst nicht allzu hohe Temperaturen zu erwarten sind. Es bedeutet aber andersherum auch, dass wir uns auf ruhiges und in vielen Gebieten auch sehr freundliches Herbstwetter einstellen können.

Doch muss ein Hoch nicht immer Sonnenschein heißen, gerade nicht im Winterhalbjahr. So kennt man den Herbst zum Teil freundlich und bunt, teils aber auch länger trübe und neblig. Beides sind aber Wettererscheinungen der gleichen Wetterlage, nur dass sich bei windschwachem Hochdruckgebiet an einer Inversion oft auch eine graue Wolkenschicht (Hochnebel) oder Nebel bilden kann, der auch Ende September/Anfang Oktober schon länger braucht, um sich aufzulösen.

Sollte das Hoch nun in den kommenden Tagen so strukturiert sein, wie es sich aus heutiger Sicht am wahrscheinlichsten darstellt, so kann an seinem Ostrand auch feuchte Luft über Nord- und Ostsee einsickern und mit der nordöstlichen Strömung im Osten und Süden Deutschlands neben sonnigen auch für wolkige Phasen sorgen. Dies gilt insbesondere an den Nordrändern der Gebirge durch dort zusätzliche Staueffekte. Anders herum kann man sich besonders an den Küsten und im Westen Deutschlands auf viel Sonnenschein freuen, sofern nicht in einigen geschützten Lagen zunächst ein neblig-grauer Vormittag dazwischen steht. Jedenfalls aber sind Niederschläge ab Samstag für mehrere Tage kein Thema mehr, allenfalls einzelne Sprühregentröpfchen in den dichtesten Wolken.

In den teils klaren Nächten wird es recht kalt, die Temperatur geht abseits der Küsten in den einstelligen Bereich, meist liegen die Minima in der kommenden Woche zwischen 9 und 4 Grad, und in geschützten Lagen sind auch stellenweise die Tiefstwerte nicht mehr weit vom Gefrierpunkt entfernt, jedenfalls tritt dort dann häufiger Bodenfrost auf. Tagsüber erreichen wir dann meist 14 bis 19 Grad, wobei es allerdings im Laufe der kommenden Woche vor allem im Süden Deutschlands durch einen auflebenden Nordostwind noch etwas kälter werden kann.

Zu dieser Zeit, im Verlauf der nächsten Woche, soll sich dann der Hochdruckschwerpunkt den meisten Modellen zufolge von Nordwesten her mehr in unsere Richtung verlagern. Dementsprechend beruhigt sich dann der Wind in den ersten Oktobertagen wieder, und die Neigung zu auch zäheren Nebel- oder Hochnebelfeldern nimmt wieder zu, andererseits zeigt sich abseits hiervon dann auch im Osten die Sonne noch häufiger. Möglich ist, dass zum Monatsbeginn ein Höhentief am Rand des Hochs in den Süden Deutschlands zieht und so das Wetter vorübergehend leicht unbeständig gestaltet, wobei sich danach aber gleich wieder Hochdruckeinfluss etablieren soll.

Fazit - Länger anhaltender Hochdruckeinfluss ist sehr wahrscheinlich, bei der Temperaturentwicklung gibt es indes Unsicherheiten. Es ist nämlich nicht klar, ob sich häufiger der Einfluss kühlerer Luft aus dem Nordosten oder wärmerer aus dem Südosten bzw. Südwesten durchsetzen kann, die von flankierenden Tiefs heran geweht würden. Jedenfalls stehen die Chancen gut für einen goldenen Herbst, gerade in der letzten September/ersten Oktoberwoche. Die Temperaturentwicklung ist noch unsicher, doch steigt die Wahrscheinlichkeit für wärmere Nachmittage im Laufe der ersten Oktobertage.

 

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