Hoch DORIT beendet die Wetterturbulenzen

Es ist sicherlich nicht falsch, den vergangenen Witterungsabschnitt als turbulent zu bezeichnen. Insbesondere Tief UWE drückte unserer Warnkarte seinen Stempel auf. Diese war in der Folge oftmals gut gefüllt, von Sturm und Orkan über Schnee mit Schneeverwehungen bis hin zu Gewittern reichte die Palette der Warnparameter, und wenn sich das Wetter dann doch einmal beruhigte, musste man ein Auge auf Frost, Glätte (durch Reif oder überfrierende Nässe) sowie Nebel werfen.

Da wird es vielen ganz recht sein, dass mit DORIT jetzt eine Protagonistin die Wetterbühne betritt, die sich insbesondere durch ein ruhiges und auch warmherziges Wesen auszeichnet. Am heutigen Dienstagvormittag (12.02.) liegt DORIT noch über Zentralfrankreich, in den kommenden Tagen schlendert sie aber allmählich nach Osten, so dass sie am Donnerstag über Bayern angekommen sein sollte. Spätestens dann gehören Schnee- und Regenfälle, bis einschließlich des kommenden Wochenendes, der Vergangenheit an. Auch der Beginn der kommenden Woche könnte noch weitestgehend trocken aussehen, allerdings sprechen die Wettervorhersagemodelle diesbezüglich noch nicht wirklich mit einer Stimme.

Wie dem auch sei, klar ist, dass DORIT auf ihrem Weg nach Osten auch reichlich warme Luft nach West- und Mitteleuropa wedelt. Diese stammt aus den subtropischen Gegenden nordwestlich von Afrika, und damit treibt DORIT die Temperaturen bei uns am Tage zumindest im Westen und Norden auf deutlich zweistellige Werte. In der Spitze sind wohl, nach aktuellem Stand der Modelle, bis zu 15 Grad im Lee einiger Mittelgebirge möglich. Bei solchen Temperaturen spricht man im Winter von einer sehr milden (10 bis 13 Grad) oder sogar von einer ungewöhnlich milden (>13 Grad) Witterung. Vorsicht ist aber in den Nächten geboten, schließlich kühlt es dann stark aus und verbreitet wird es trotz der hohen Spitzenwerte am Tage frostig kalt. Für eine klimatologische Einordnung ist es zwar noch etwas früh, schließlich steht noch ein großer Teil des Februars 2019 aus, aber im Konjunktiv wäre es möglich schon mal die Eventualität anzudeuten, dass die kommenden Tage mit dafür sorgen könnten, dass der Februar 2019 wärmer wird als dies im vieljährigen Mittel zu erwarten wäre.

Es stehen uns also trockene und warme Tage ins Haus, allerdings sind diese noch recht kurz (etwa 9:30 Stunden an den Küsten und gut 10 Stunden im Süden) und damit hat es die Sonne immer noch schwer, nächtliche Nebelfelder zeitig auszuräumen. Das heißt, dass es trotz der für Sonnenschein im Grunde sehr günstigen meteorologischen Konstellation nicht überall mit der Sonne klappen wird, denn gebietsweise können sich nächtliche Nebelfelder recht zäh halten, in "Nebellöchern" kann es sogar ganztägig bedeckt bleiben. Und damit nicht genug. Zwar schafft es DORIT, die von Westen heranrückenden Tiefdruckgebiete weit im Norden - über Skandinavien - an uns vorbeizusteuern, aber das eine oder andere hohe Wolkenfeld wird wohl trotzdem in den Norden hereindriften - und damit könnte die Sonne auch dort etwas getrübt vom Himmel scheinen.

Dipl.-Met. Martin Jonas

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 12.02.2019

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