Der März?

Im März wandert die Sonne entlang des aufsteigenden Astes der Ekliptik weiter nordwärts und erreicht am 20. Um 17:15 Uhr Mitteleuropäischer Zeit die Tagundnachtgleiche und damit den astronomischen Frühlingsbeginn auf der Nordhalbkugel. Die lichte Tageslänge erhöht sich so deutlich wie sonst nirgends im Jahr, in 50° nördlicher Breite beispielsweise, das entspricht etwa der Lage von Frankfurt am Main oder Prag, von 10 h 59 min zu Monatsbeginn auf 12 h 52 min am Ende des Monats - das sind fast zwei Stunden!

Den nächtlichen Himmel im Südosten ziert das "Frühlingsdreieck". Es ist kein Sternbild, sondern ein sogenannter Asterismus, der die hellsten Sterne unterschiedlicher Sternbilder umfasst, und zwar Regulus (im Sternbild Löwe), Arktur (im Sternbild Bärenhüter) und Spica (im Sternbild Jungfrau), während das typische Wintersternbild Orion in der zweiten Nachthälfte bereits tief am westlichen Horizont steht.

Überhaupt ist der März die Brücke vom Winter zum Frühjahr. Als klassischer Frühlingsmonat lässt er alle Zeichen des Wiedererwachens der Natur nach der dunklen Jahreszeit erkennen. Die ersten Bäume blühen, Märzenbecher und Krokusse sprießen aus dem Boden. Immer mehr Vogelstimmen sind zu hören, Störche und Kraniche kehren von ihren Winterquartieren im Süden heim. In alter Zeit begannen die Bauern, die zur Zucht ungeeigneten Schafe aus ihren Herden auszusondern, daher stammt wohl die Bezeichnung "ausmerzen".

Aber der März kennt auch andere Seiten. Das winterliche Gebaren mit (Nacht-)Frösten ist noch längst nicht vorbei und sollten Nordost- oder Nordlagen die Oberhand in der europäischen Wetterküche behalten oder gewinnen, zeigt sich der ungeliebte "Märzwinter". Treffen subtropische und arktische Luftmassen über dem Nordatlantik aufeinander, dann sorgen starke Luftdruckunterschiede vor allem in Nordwesteuropa für Frühjahrsstürme.

Unter http://www.dwd.de/DE/wetter/thema_des_tages/2018/02/25.html finden Sternfreunde eine vom Kosmos-Verlag, Stuttgart, publizierte Darstellung des Firmaments im März 2018. (Wenn man im Freien senkrecht empor blickt, schaut man zum Zenit und wenn man sich in Meridianrichtung nach Süden orientiert, hat man linker Hand die östlichen und rechts von sich die westlichen Himmelsrichtungen.)

Dipl.-Met. Thomas Ruppert

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 25.02.2018

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